Im Folgenden ein paar sehr sehenswerte Filme zum Thema:
1. Louis-Julien Petit:
DER GLANZ DER UNSICHTBAREN

Hauptdarsteller: Corinne Masiero, Audrey Lamy, Déborah Lukumuena, Noémi Lvovsky
(Margret Köhler): Obdachlose gehören zum Stadtbild. Sie hocken vor Geschäften, liegen in Einfahrten, betteln manchmal. Meistens sind es Männer, der Frauenanteil liegt in Deutschland bei 30 Prozent. Tendenz steigend. Viele verstecken sich aus Angst vor Gewalt und aus Scham. Man hat sich an diese von der Gesellschaft Ausgespuckten gewöhnt, sie sind fast unsichtbar. Diesen Unsichtbaren gibt Louis-Julien Petit ein Gesicht. Seine Filmheldinnen sind obdachlose Frauen – keine stillen Opfer, sondern Individuen voller Widersprüche, Sehnsüchte und Hoffnungen, die sich trotz aller Missachtung ein Stück Würde bewahrt haben.
Die fiktive Handlung spielt weniger auf der Straße als im Tageszentrum L’Envol in Frankreichs Norden, wo sich die Frauen duschen und aufwärmen, einen Kaffee trinken, plaudern. Morgens stehen sie schon Schlange, abends müssen sie wieder raus – denn das Haus wird geschlossen. Das möchten die Leiterin Manu (Corinne Masiero) und ihre Mitarbeiterinnen (Audrey Lamy, Déborah Lukumuena und Noémi Lvovsky) ändern. Manchmal lassen sie schon jetzt die Wohnungslosen in der Unterkunft übernachten. Mit den Behörden und auch gegen diese kämpfen die Leiterinnen für die soziale Wiedereingliederung der Obdachlosen.
Als die Schließung des L’Envol droht und damit die Abschiebung der „Klientinnen“ in ein entferntes Heim, reißt Betreuerinnen und Betroffenen der Geduldsfaden. Sie spinnen einen Plan, um das Unheil abzuwenden. Drei Monate Zeit bleibt ihnen. Der Zweck heiligt die unkonventionellen und durchaus illegalen Mittel.
Neben den vier Schauspielprofis holte sich der Regisseur Frauen von der Straße und solche, die den Absprung von dort geschafft haben. Sie spielen ihr Leben nach und durften sich Namen aussuchen. So tummeln sich Édith Piaf, Brigitte Macron, Brigitte Bardot, Simone Veil und Lady Di auf der Leinwand. Die bunte Truppe arbeitet in Workshops und qualifiziert sich für Jobs. Manch eine ächzt unter Lernstress oder umschifft die Regeln großzügig: Aus all dem ergibt sich eine zärtliche und zugleich rohe Sozialkomödie voll subversivem Humor. Die Liebe zu den Underdogs ist unverkennbar. Zugleich rechnet der Regisseur kompromisslos mit einem nicht funktionierenden Sozialsystem ab, das den Status quo bewahrt und nichts für dessen Überwindung tut. Wir begegnen diesen Menschen auf Augenhöhe, der Film nimmt sie ernst und beweist, dass es sich lohnt, auch den Ausgespuckten eine Chance zu geben.
Die zwischen Realität und Märchen angesiedelte Geschichte erinnert an ein Werk des britischen Regisseurs Ken Loach – allerdings auf leichtere, französische Art. Am Ende haben die erschöpften und in der Seele beschädigten Frauen an Selbstbewusstsein und Überlebenskraft gewonnen. Eine Utopie? Vielleicht. Vielleicht aber auch ein Stückchen mögliche Wirklichkeit.
Quelle: HAZ vom 10.10.2019, S. 24
Piffl Medien GmbH, erschienen am 10.10.2019, FSK ab 6 Jahren
2. Tama Tobias-Macht & Johanna Sunder-Plaßmann:
DRAUßEN

Hauptdarsteller: Matze, Elvis, Peter, Sergio
unafilm GmbH, erschienen am 30.08.2018, FSK ab 6 Jahren
Der Film porträtiert Matze, Elvis, Peter und Sergio als Persönlichkeiten und Überlebenskünstler, von denen man lernen kann. Was sie erlebt und überlebt haben, was sie vom Leben wissen und wie erfindungsreich sie sich organisieren, macht ihnen so leicht niemand nach.
Um ihre Geschichten zu erfahren, verfolgten die Filmemacherinnen eine besondere Strategie: Sie konzentrierten sich auf die Gegenstände, die die Protagonisten bei sich tragen. Sie baten sie, ihre Welt für sie zu öffnen und ihnen einen Blick in ihre Plastiktüten, Taschen, Einkaufswagen zu gewähren, so, als würden sie ein fremdes Haus betreten. Sie führten sie mit ihren Erzählungen in ihre innere Welt und in eine Welt, die sie zurückgelassen haben.
Die Objekte, die sie dabei entdeckten, enthielten — eben, weil es nur wenige sind — eine Fülle von Informationen und Bedeutungen. Sie waren mit Emotionen und Erinnerungen aufgeladen. Es sind Fragmente und Bruchstücke ihrer Lebensgeschichten. Im Gespräch nimmt diese Fülle Gestalt an, sie berühren und werden berührt.
Der Film aber will mehr, als nur beobachten und zuhören. Es ging den Filmemacherinnen nicht allein um das Sichtbarmachen von Lebensgeschichten. Sie wollten, dass die Protagonisten für eine Nacht in einem anderen Licht dastehen. Deshalb haben sich für die Dauer einer Nacht, ihre Schlafplätze verwandelt. Die Filmemacherinnen gingen von den vorhandenen Gegenständen und ihren Geschichten aus und schufen einen neuen Raum. Dort, wo ihre Helden Schutz suchen, an ihrem Lagerplatz, entstanden individuelle Kompositionen, wie Bühnenkulissen oder Vitrinen eines Museums. Das bisher Gehörte und Gesehene wird überhöht und dadurch anschaulich. Ein Bild der Innenwelt entsteht. Dies eröffnet einen poetischen, Erlebnisraum für die Zuschauer, der Platz freimacht zur individuellen Auseinandersetzung mit ihren Protagonisten. Am Ende des Films bleiben die nächtlich erleuchteten Schlafplätze wie Gedankenbilder stehen, die bald wieder verschwunden sein werden.
Quelle: http://www.realfictionfilme.de/filme/draussen/index.php?id=122
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=r-QBVp3jwkM
3. Nicholas Hytner:
The Lady in the Van
Hauptdarsteller: Maggie Smith/Alex Jennings
BBC Films/TriStar Productions, erschienen am 14.04.2016, FSK ab 6 Jahren

In „The Lady in the Van“ begibt sich die 81-Jährige an das entgegengesetzte Ende der britischen Klassengesellschaft und spielt eine Obdachlose im Londoner Stadtteil Camden der späten Siebziger. In einem klapprigen Lieferwagen zieht Mary von einer Parklücke zur nächsten, bis sie vor dem Haus des Theaterautors Alan Bennett (Alex Jennings) landet. „Vorübergehend“, behauptet sie, erklärt den verdutzten Hausbesitzer zu ihrem Wohltäter und nistet sich für die nächsten 15 Jahre in dessen Einfahrt ein.
Die Geschichte beruht zumindest teilweise auf wahren Begebenheiten. Autor Alan Bennett beschrieb 1990 in einem Roman seine Erlebnisse mit der hartnäckigen Obdachlosen. Daraus entstand ein Bühnenstück unter der Regie von Nicholas Hytner, der nun auch für die Kinoadaption verantwortlich zeichnet. Doch auch wenn sich der Film aus Wirklichkeit speist, fühlt er sich nicht unbedingt dem Realismus verpflichtet. So wird das Haus des Schriftstellers gleich von zwei Alans bewohnt. Der eine lebt und erlebt, der andere schreibt auf und kommentiert, was sein erstes Ich tut. Natürlich streiten die Alans über den richtigen Umgang mit dem ungebetenen Gast. Das klingt absonderlicher, als es aussieht, und passt zum exzentrischen Temperament der Hauptfigur im Van. Mary nimmt es mit der Wahrheit auch nicht genau, verbirgt ihre Herkunft hinter dem Schleier der Senilität und behauptet, von der Jungfrau Maria gelenkt zu werden. „Ich habe gestern erst mit ihr vor der Post gesprochen“, sagt sie in einem Ton, der keinen Widerspruch duldet. Die alte Dame nimmt Hilfe von ihrem Gastgeber so entgegen, als wäre sie diejenige, die ihm einen Gefallen tut.
Alan verfällt dem Charme der Alten und sieht in ihr zunehmend eine Quelle der Inspiration für sein schriftstellerisches Werk, dessen (verfilmtes) Ergebnis wir auf der Leinwand sehen. Auch wenn „The Lady in the Van“ das Thema Obdachlosigkeit auf eine allzu liebliche Weise angeht und der Film etwas süßlich geraten ist, vermittelt er glaubwürdig die Faszination für seine Hauptfigur. Maggie Smith ist hinreißend, verbindet Wahnsinn und Momente vollkommener Klarheit, verrät nie die Rätselhaftigkeit ihrer Figur – und übertrifft sich wieder einmal selbst.
4. Hans Weingärtner/Cüneyt Kaya:
Die Summe meiner einzelnen Teile
Hauptdarsteller: Peter Schneider/Timur Massold
Universum Film GmbH, erschienen am 21.09.2012, FSK ab 12 Jahren

Martin hält einen Brief in den Händen und scheint kaum glauben zu können, was er liest. in deutscher Gründlichkeit erfährt er nun schriftlich den Wert der Summe seiner einzelnen Teile. Mehr als 3500 Euro nämlich. Soviel Geld soll er an das Amt zahlen, sonst droht ihm die Pfändung. An dieser Stelle gibt Martin auf und bemüht sich nicht mehr um einen Weg zurück ins bürgerliche Leben. Der Film Die Summe meiner einzelnen Teile zeigt von dieser Szene an den schier bodenlosen Fall des ehemals erfolgreichen Mathematiker Martin.
Schon lange vor dem Pfändungsbescheid lief es für Martin gar nicht gut. Nach einen Zusammenbruch wurde er in einer Psychiatrie behandelt. Anfangs ist er wieder guten Mutes und möchte zurück in die Gesellschaft. Eine einfache Chance bekommt er nicht. Sein Chef stellt ihn nicht mehr ein und seine ehemalige Verlobte Petra hat bereits einen neuen Mann. Martin kann den Gerichtsvollzieher nicht bezahlen, verliert seine Sozialwohnung und landet auf der Straße. Als Obdachloser geht er durch das kalte Berlin, schläft in Abrissbauten zwischen Abfall und Bauschutt. Er entwickelt autistische Charakterzüge und nimmt seine Umwelt zunehmend verzerrt war.
Regisseur Hand Weingartner inszeniert seine Hauptfigur als Opfer der Gesellschaft . Besonders deutlich wird dies in der Szene, in der Martin betrunken über die Straße wankt und von einem Auto angefahren wird. Der Fahrer, ein überheblicher Geschäftsmann, schleppt ihn schimpfend an den Straßenrand, um ihn dort liegen zu lassen. Deutlicher kann man soziale Kälte kaum darstellen. Als er den herumstreunenden Jungen Viktor vor einer Horde prügelnder Rowdys rettet, geht es mit Martins Seelenleben leicht bergauf. Trotz der Sprachbarriere zwischen dem zenjährigen Ukrainer und Martin wächst zwischen den beiden eine Freundschaft. Oder ist es Abhängigkeit? So wie Martin den Jungen vor Übergriffen schüzt, zeigt Viktor, wie sie mit Flaschensammeln Geld verdienen können. Die beiden Heimatlosen brauchen einander. Hilfe von anderen bekommen sie nicht. Also sogar Martins Vater seinen Sohn bei der Klinik verrät, fliehen sie und bauen sich im Wald eine Hütte.
Der Film Die Summe meiner einzelnen Teile führt Martin bis zu diesen Szensen auf direktem Weg aus der Gesellschaft heraus. Der Zuschauer weiß: Ein Obdachloser mit einem Jungen im Wald, dass kann nicht gutgehen. Doch bevor die Behörden Wind vom Leben der beiden Waldbewohner bekommen, findet Martin beim Flaschensammeln einige Fotos. Die angebildete junge Lena erinnert Martin an seine Vergangenheit und er erkent, dass ihm sein Leben entglitten ist. Aber nicht Lena bringt Martin endgültig um den Verstand. Es ist die Angst um Viktor, der verschwindet, nachdem Behörden die Waldhütte zerstören und Martin in die Psychiatrie einliefern. Dort stellt die Ärztin die Existenz Viktors infrage und behauptet, der Junge sei ein Konstrukt in Martins Fantasie. Damit gewinnt Die Summe meiner einzelnen Teile an Dynamik. Martin flieht aus der Klinik und geht auf die Suche nach Viktor, Dass er bei seiner Suche zu Waffengewalt greift, wird sein endgültiges Aus bedeuten. Ob Viktor hingegen existiert oder symbolisch für Martins fortschreitenden Wahnsinn ist, lässt Regisseur Weigarten offen. Das Drehbuch liefert Hinweise auf beide Möglichkeiten.
Die Summe meiner einzelnen Teile beeindruckt mit der Härte, mit der Martins Niedergang inszeniert ist. Weingartner zeigt Martins Seelenzustand durch die graublauen und eiskalt wirkenden Bilder zum einen und den Einsatz von Ton zum anderen. Während im ersten Teil des Filmes ohrenbetäubender Stadtlärm dominiert, unterstreichen Gitarrenklänge Martins neu gewonnene Freiheit im Wald.
Quelle: http://www.kino-zeit.de/filme/die-summe-meiner-einzelnen-teile
Trailer: //youtube.com/watch?v=1cckBYrtsm0
5. Dave Schultz:
JET BOY
Hauptdarsteller: Branden Nadon/Dylan Walsh/Kelly Rowan
cmv-Laservision (ALI!VE), erschienen am 18.05.2012, FSK ab 16 Jahren

Es ist Nathans 14. Geburtstag - der Tag, an dem er seinen Körper zum ersten Mal verkauft. Nathan ist Waise, völlig allein. Und er ist Stricher, aber immer noch ein Kind. Sein Leben ist trostlos und ohne viel Raum für Träume. Da trifft er auf Boon, einen dubiosen Charakter. Ihm schließt sich Nathan auf dem Weg nach Vancouver an. Auf ihn setzt er alle Hoffnung auf ein besseres Leben, für ihn würde er alles tun, um geliebt zu werden. Boon ist wieder Erwarten ein feiner Kerl, der in seinem Leben einige Tiefschläge wegstecken musste. Er passt auf Nathan auf, doch die Beziehung zwischen den beiden verläuft nicht ohne Reibereien. Als sich Nathan in einer Situation zurückgestoßen fühlt und mit einem Fremden weggeht, nimmt das Verhältnis von Boon und Nathan eine mehr als bemerkenswerte Wendung...
Jet Boy behandelt ein überaus heikles Thema mit größter Sensibilität, ohne in eine stereotype oder melodramatische Bildsprache zu verfallen. Dieser vielfach preisgekrönte Film überzeugt mit großer Authentizität im grandiosen Zusammenspiel der beiden Protagonisten.
Quelle: http://www.moviepilot.de/movies/jet-boy
Trailer: http://www.filmstarts.de/kritiken/205344/trailer/19321811.html
6. Darioush Shirvan:
Schattenmenschen
Hauptdarsteller: Peter Reinwarth/Petr Kuschmitz/Giuliana Tirziana
Fan-Film Production, erschienen am 25.04.2012, FSK k.A.
Den Rahmen der Geschichte bildet eine Gruppe von Obdachlosen und Prostituierten, mit all ihren Problemen und kleinen Freuden. Pauls Clan besteht aus unterschiedlichen Nationalitäten, wie etwa Jacov, ein geflüchteter, russischer Jude und sein Freund Ahmed, ein in seinem Land gedemütigter und verfolgter, persischer Schauspieler.

Paul ist ein ca. 70-jähriger, gebildeter, ehemaliger Professor. Man könnte ihn als Philosoph bezeichnen, mit einer Schwäche für Bücher und Zitate. Durch Selbstverschulden erfuhr er ein tragisches Schicksal und konnte in seiner bürgerlichen Existenz keinen Sinn mehr erkennen. Er lebt seit 23 Jahren auf der Straße. Paul unterhält eine innige, platonische Liebesbeziehung zu der jungen Prostituierten Isabel, die ihn an seine verstorbene Tochter erinnert. Durch ihre starke menschliche Beziehung zu Paul und dessen Verständnis verändert sich Isabels Sichtweise und Selbstwertgefühl, der Beruf widert sie zusehends an.
Es entsteht eine Freundschaft zwischen Paul und dem jungen tschechischen Klavierspieler Vaclav, den seine Frau auf die Straße gesetzt hat. Vaclav ist Paul symphatisch und seine Verzwiflung und Hilflosigkeit weckt in ihm eine art Helfersyndrom. Nachdem Paul die musikalischen Fähigkeiten von Vaclav erkennt setzt er alles daran, um ihn ins bürgerliche Leben zurück zu führen. Kurz vor dieser Rückehr kommt es zwischen ihm und Vaclav zu einer Auseinandersetzung. Paul, dem nicht verborgen blieb, dass Vaclav Gefühle für Isabel hegt und der aus einem Missverständnis heraus glaubt, Isabel würde diese Gefühle erwidern, bittet ihn, sie mit sich zu nehmen. Vaclav weist dieses Ansinnen in einer entwürdigenden Art zurück und Paul muss erkennen, dass er sich in Vaclavs Persönlichkeit getäuscht hat.
Nach diesem Konflikt sucht Paul, physisch und psychisch stark angeschlagen, Isabel an ihrem Arbeitsplatz auf. Ein Tabubruch, Isabel ist erzürnt und zudem durch ein Geschäft mit einem Freier abgelenkt. Sie verkennt Pauls prekäre Situation und nimmt seinen Hilferuf nicht wahr. In jenem Moment wiederholt sich für Paul das Trauma seines bürgerliche Lebens. Allein und voller Verzweiflung beginnt er zu trinken, da ihm sein einziger Lebensinhalt, Isabel, scheinbar entglitten ist.
Isabel wird sich ihres Fehlverhaltens bewusst und beginnt voller Panik nach Paul zu suchen. An dem von Schnee bedeckten Lieblingsplatz Pauls findet sie seine Spur und folgt ihr. Als sie ihn endlich findet, bemerkt sie, dass er auf Grund seines hohen Alkoholkonsums in akuter Lebensgefahr schwebt.
Doch sie...
Quelle: http://schattenmenschen.com
Trailer: http://www.kino-zeit.de/filme/trailer/schattenmenschen
7. Joe Wright:
Der Solist
Hauptdarsteller: Jamie Fox/ Robert Downey Jr.
Universal Pictures Germany GmbH, erschienen am 15.04.2010, FSK ab 12 Jahren
Joe Wright, Regisseur des Oscar nominierten Films "Abbitte", Oscar-Preisträger Jamie Foxx und der für einen Oscar nominierten Robert Downey Jr. machen aus "Der Solist" eine packende und ergreifende Geschichte, die einem noch lange in Herz und Gedächtnis bleibt. Die Verfilmung basiert auf der unglaublichen, aber wahren Geschichte eines desillusionierten Journalisten und dessen Odyssee durch die berüchtigte Downtown von Los Angeles, wo er einen geheimnisvollen Mann entdeckt, mit dem er eine höchst ungewöhnliche Freundschaft knüpft.

Kolumnist Steve Lopez (Robert Downey Jr.) steckt in einer Sackgasse. Das Zeitungsgeschäft ist im Umbruch, seine Ehe mit einer Kollegin ist zerrüttet und er kann sich noch nicht einmal genau daran erinnern, was er anfangs an seinem Job eigentlich mochte, Eines Tages, als er in einem heruntergekommenen Viertel von Los Angeles gerade durch die Skid Road spaziert, hört er den geheimnisvollen und scheinbar etwas verwirrten Nathaniel Ayers (Jamie Fox), der sich voller Inbrunst auf einer Violine mit nur zwei Saiten die Seele aus dem Leib geigt - und Lopez kann sich vor Staunen kaum vom Fleck bewegen.
Anfangs nähert sich Lopez dem Musiker nur aus Interesse an einer weiteren Idee für eine mögliche Story in der Millionenstadt. Doch als Lopez das Geheimnis um Ayers zu lüften beginnt und entdeckt, wie dieser wechselweise brilliante und verstörte Musiker - einst ein Wunderkind auf dem Weg zu Weltruhm und Erfolg - schließlich in Hauseingängen und Unterkünften hausen musste, löst das eine unerwartete Wendung aus.
Über dreißig Jahre zuvor war Ayers ein hochtalentierter Student am Elite-Konservatorum Juilliard - bus er an Schizophrenie erkrannte. Ayers, der obdachlos und paranoid ist, aber immer noch seine frühere Genialität erkennn lässt, und der Kolumnist Lopez freunden sich an. Diese Freundschaft wird ihr Leben in einer Art und Weise verändern, wie sie beide es nie für möglich gehalten hätten...
Lopez meint, Ayers Leben verändern zu können, und widmet sich in einer Don Quixote gleichen Mission der Aufgabe, Ayers von der Straße und zurück in die Welt der Musik zu helfen. Doch noch während er um das Leben des Musikers kämpft, beginnt Lopez zu erkennen, dass es vielmehr Ayers - mit sicher unaufhaltsamen Leidenschaft, seiner freiheitsliebenden Sturheit und seinen mutigen Bemühungen um Verbundenheit und Liebe - ist, der Lopez selbst zutiefst verändert.
DreamWorks Pictures und Universal Pictures präsentieren zusammen mit StudioCanal und Participant Media: "Der Solist", eine Krasnoff/Foster Entertainment Production in Zusammenarbeit mit Working Title Films.
Quelle: http://movies.universal-pictures-international-germany.de/dersolist
Trailer: http://www.trailerseite.de/archiv/trailer-2009/10128-the-soloist-film-trailer.html
8. Maria Speth:
9 Leben
Mitwirkende: Za, Sunny, Krümmel, Toni & Band "Les Petits Hotz", Sonja, JJ, Stöpsel & Familie
Filmgalerie 451 (Alive AG), erschienen am 03.02.2012, FSK ab 12 Jahren
Der Film porträtiert das Schicksal mehrerer Jugendlicher, die sehr früh – oft schon im Alter von 11, 12 oder 13 Jahren - entschieden haben, von zu Hause wegzugehen und für eine bestimmte Zeit oder dauerhaft auf der Straße zu leben: Sunny, Toni, Krümel, JJ, Stöpsel, Soja und Za.

Menschen also, von denen jeder einzelne mittlerweile auch schon neun Leben gelebt haben könnte. Versehen mit seelischen und körperlichen Beschädigungen.Doch trotz dieser Zerstörungen gibt es bei ihnen eine enorme Kraft, Talente und Fähigkeiten zu entdecken. Dieser Reichtum an persönlichen Möglichkeiten steht im Mittelpunkt des Films. Die Lebensumstände der Jugendlichen auf der Straße werden deshalb auch nicht dokumentiert, sondern sie werden von ihnen in freier Wahl erzählt oder auch nicht. So kommen sehr persönliche, mitreissende und berührende Zeugnisse zustande.
Um den Fokus auf ihre Persönlichkeiten zu legen, erzählen sie vor neutralem Hintergrund im Studio von ihren Leben. Einige haben ihre Musikinstrumente mitgebracht und spielen
spontan, andere zeigen Fotos oder andere künstlerische Arbeiten. So entstehen filmische Porträts wie in einer Ausstellung, einem Kunstraum. Vorurteile und Klischeevorstellungen über „Penner“ und „Punks“ lösen sich auf. Die Jugendlichen werden in ihrer bewundernswerten Einmaligkeit erkennbar.
Und sie werden zu Stars – zu Recht.
Quelle: http://www.madonnenfilm.de/9lebenFilm.html
Trailer: http://www.kino.de/kinofilm/9-leben/117095
9. Henning Klattenhoff:
Unter den Strassen von Hannover - eine unterirdische Geschichte
Mitwirkende: Benjamin Bruns, Stefan Hartmann, Christian Rosenkranz
Hollewood Media OHG, erschienen am 23.09.2005, FSK k.A.
Mittelalterliche Gänge, Grabkammern, Stollen, Abwasserkanäle und Bunker - all das befindet sich in der Tiefe Hannovers. Was an die Oberfläche gelangt, sind Gerüchte und Ungewissheiten. Dabei ist die Unterwelt von ihrem Wesen her sehr nüchtern: Es gibt keine Werbeplakate, keine Putzkolonnen, sondern nur die ungeschminkte Funktionalität. Die Unterwelt verändert kaum ihre Gestalt. In ihr scheint die Zeit stillzustehen.

Im Spannungsfeld zwischen nüchterner Funktionalität und fantastischer Legendenbildung dokumentiert der Film die Geschichte unterirdischer Bauwerke in Hannover. Fachleute, Zeitzeugen, Eigentümer und Künstler klären über die Stollen und Gänge der Stadt auf und rollen dabei Ereignisse der letzten 500 Jahre auf. Das Erstaunliche ist: An den Legenden ist tatsächlich mehr dran, als es Stadthistoriker für möglich halten.
Quelle: http://www.nordmedia.de/produktionsspiegel/detail/unter_den_strassen_von_hannover_.193.html
10. Paddy Considine:
Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte
Hauptdarsteller: Peter Mullan/Olivia Colman
Warp X/Inflammable Films, erschienen am 13.10.2011, FSK ab 16 Jahren

Es handelt sich um einen Film aus der Serie KINO KONTROVERS.
Ein englisches Drama aus dem Jahr 2011 und der erste Spielfilm des Schauspielers Paddy Considine. Er wurde 2010 in Leeds gedreht, spielt aber in einem nicht näher bezeichneten Ort in Großbritannien.
Die Geschichte beruht auf dem 2007 ebenfalls von Considine gedrehten Kurzfilm „Dog Altogether“. Ebenso sind Peter Mullan und Olivia Colman in den Hauptrollen wieder beteiligt. Der Film erschien in Deutschland unter dem Titel „Tyrannosaur – eine Liebesgeschichte“. Er stellt die allmähliche Entwicklung einer Liebesbeziehung zwischen zwei Personen dar, die beide in schwierigen Umständen leben. Unter anderem werden auch die Lebensbedingungen in britischen Vierteln mit Sozialwohnungen thematisiert.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tyrannosaur_–_Eine_Liebesgeschichte
Trailer: http://www.imdb.com/title/tt1204340