TV-Filme
Das Fernsehen ist beim Thema "Obdachlosigkeit" noch eher zurückhaltend.
Dennoch: ein paar sehenswerte TV-Filme gibt es.
1. Tatort: Am Ende gewinnt die Straße (ARD am 21.03.2021, 20.15 Uhr)
Von Petra Albers
Köln. Eine obdachlose Frau wird in Köln getötet – jemand hat sie angezündet und verbrannt. Ein Fall für die „Tatort“-Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt). Doch in der Folge „Wie alle anderen auch“, die das Erste an diesem Sonntag (20.15 Uhr) zeigt, geht es nicht nur um den Tod einer Frau. Es geht auch um Einsamkeit, Verzweiflung und soziale Ungerechtigkeit.
Das Opfer, Monika Keller (Rike Eckermann), lebte schon lange auf der Straße und kümmerte sich immer wieder um „Neulinge“ – zuletzt um Ella Jung (Ricarda Seifried). Diese war von ihrem Ehemann verprügelt worden und hatte sich endlich zur Wehr gesetzt. Als ihr Mann reglos am Boden lag, lief sie davon.
Sozialkritik ist seit jeher ein Markenzeichen des Kölner „Tatort“-Krimis. Für Ballauf und Schenk ist es nach „Platt gemacht“ (2009) der zweite Fall über Obdachlosigkeit. „Der Film hat mich extrem bewegt“, sagt Schauspieler Bär. Er hoffe, dass die Folge auch ein stärkeres Bewusstsein für dieses Thema wecken wird. Das könnte gelingen. Denn die Einsamkeit der Protagonisten wird spürbar.
Das bittere Fazit zieht die Suppenküchenleiterin Regine Weigand (Hildegard Schroedter): „Ohne Wohnung hast du keine Chance. Egal, wie viel du kämpfst und machst und tust, um wieder auf die Beine zu kommen – am Ende gewinnt immer die Straße.“

Quelle: Henning Kaiser/DPA
2. Prominent und obdachlos
In der Dokusoapreihe "Prominent und obdachlos" bei RTL II versuchen Promis für 3 Tage und Nächte auf der Straße zu leben. Für 72 Stunden sind sie im Freien - ohne Geld, ohne Ausweis, ohne Bankkarten oder Handy und ohne jeden Kontakt zu Freunden oder Verwandten, nur mit Schlafsack und Isomatte.
In den drei neuen Folgen der zweiten Staffel sind ab Mittwoch 10.03.2021 (20.15 Uhr) auch Désirée Nick und Jenny Elvers dabei. Sie lernen laut RTL II nicht nur Menschen ohne Obdach kennen, sondern auch sich selbst ganz neu.
Jenny Elvers ist in der Folge am 24.03.2021 dabei.
3. OBDACHLOS - EINZUG IN EIN NEUES LEBEN
Endlich weg von der Straße! Die neue VOX-Doku-Reihe "Obdachlos - Einzug in ein neues Leben" (VOX am 11.02., 18.02. und 25.02.2020, 20.15 Uhr)
Rund 680.000 Menschen in Deutschland sind ohne eine Wohnung*. Sechs von ihnen begleitet VOX jetzt in „Obdachlos – Einzug in ein neues Leben“ bei einem ungewöhnlichen Projekt. Mit professioneller Unterstützung von Streetworkern bekommen die Obdachlosen die Möglichkeit auf einen Neuanfang. Und alles beginnt mit einem eigenen Wohnungsschlüssel…
Fast ein Jahr lang begleitete die Produktionsfirma i&u im Auftrag von VOX die Obdachlosen bei ihrem Einzug in ein neues Leben mit der Kamera. Das TV-Projekt wurde vor allem durch die Sozialarbeiter von fiftyfifty unterstützt. Das Konzept „Housing First“, das in den USA und einigen anderen Ländern bereits sehr erfolgreich ist, hat die gemeinnützige Obdachlosenhilfe fiftyfifty als erste nach Deutschland geholt. Sie geben Obdachlosen eine Wohnung mit unbefristetem Mietvertrag, ohne Vorbedingungen, um ihnen so eine zweite Chance zu geben. Zusammen mit dem Verband Paritätische NRW und dem Land NRW hat die Organisation einen Fond gegründet, aus dessen Mitteln „Housing First" im ganzen Bundesland etabliert werden soll. Die Gelder werden mit einer eigenen Benefiz-Galerie gesammelt, die seit 25 Jahren so bereits zahlreiche Projekte von fiftyfifty finanziert hat. Namhafte Künstler wie Gerhard Richter und Markus Lüpertz unterstützen den Verein und spenden einige ihrer Werke. Aus den Verkaufserlösen können Wohnungen für Obdachlose gekauft und hergerichtet werden.

4. "Nur ein Obdachloser". Im ARD-Drama "Frankfurt, Dezember 17" geht es um eine brutale Attacke auf einen Hilflosen - und einen dringenden Appell an die Gesellschaft (ARD am 17.10.2018, 20.15 Uhr)
Von Ernst Corinth
Frankfurt/Main. Die erste Viertelstunde dieser traurigen Großstadtballade macht es dem Zuschauer schwer, ja richtig schwer: So realistisch schmutzig wirken die Bilder, die eine brutale Gewalttat am Mainufer mitten in Frankfurt zeigen. Opfer ist der Obdachlose Lennard (Christoph Luser), der von drei Jugendlichen nachts krankenhausreif geprügelt wird. Diese Tat wird von einem Liebespaar im Auto beobachtet, dem verheirateten Arzt Carl (Barnaby Metschurat) und der Krankenschwester Irina. Sie will zwar eingreifen, er aber nicht. Es ist halt, wie er sagt, „nur ein Obdachloser“. Und zudem darf seine Frau natürlich nichts von seinem Seitensprung erfahren. Dennoch ruft Irina nach diesem Schäferstündchen die Polizei an und berichtet ihr anonym von dem Zwischenfall.
Nach diesem harten Auftakt macht der Film „Frankfurt, Dezember 17“ einen Zeitsprung und begleitet eine junge Frau, Sam (Ada Philine Stappenbeck), die irgendwie in Frankfurt gestrandet ist. Auch sie ist obdachlos, streift ziellos durch die unwirtliche Stadt. Sie friert, hungert, und wird, als sie vor einem Supermarkt im Müll wühlt, vertrieben und schließlich von anderen Obdachlosen verprügelt. Doch im letzten Moment geht der plötzlich aufgetauchte Lennard dazwischen, kann Sam vor noch Schlimmerem bewahren. Er nimmt sie danach mit in seine „Residenz“, ein im Rohbau befindliches Hochhaus, in dem er in diesen kalten Dezembertagen 2017 haust. Dort pflegt er sie, besorgt ihr Kleidung, und langsam entwickelt sich eine fast zärtliche Freundschaft zwischen den beiden, die jäh unterbrochen wird, als eines Tages Lennard scheinbar spurlos verschwindet. Sie sucht ihn daraufhin und findet ihn schließlich auf der Intensivstation eines Krankenhauses.
Dass Regisseurin und Drehbuchautorin Petra K. Wagner diese tragische Geschichte nicht chronologisch erzählt, irritiert zwar anfangs ein wenig, erschließt sich dann zum Glück jedoch. Und diese Erzählweise bleibt nicht das einzige Unkonventionelle an diesem Fernsehfilm. So treten bisweilen die Hauptfiguren aus dem fiktiven Spiel heraus und wenden sich direkt an den Zuschauer, mit Worten, aber auch mit eindringlichen Blicken. Ein dramaturgischer Kniff – das Durchbrechen der „vierten Wand“ –, den man vom Theater her kennt, der das im Film Erzählte erläutern oder verstärken soll, hier allerdings recht überflüssig wirkt, ja sogar zuweilen penetrant didaktisch. Und das ist leider nicht die einzige Schwäche dieses ansonsten hochemotionalen Dramas.
Der Film konzentriert sich im weiteren Verlauf nämlich ganz auf seine weiblichen Figuren, während die männlichen – mit Ausnahme von Lennard – wie hilflose Hanswurste erscheinen. Außerdem erfährt man rein gar nichts über die Vorgeschichte der Personen, auch nicht über Sam und Lennard, den emotionalen Mittelpunkt dieses Dramas. Was ziemlich schade ist. Trotzdem ist es sehenswert, wie Ada Philine Stappenbeck diese junge Frau spielt. Allein ihretwegen berührt der Film, wirkt lange nach.
Gut unterstützt wird sie dabei von Lana Cooper, die die von Gewissensbissen geplagte Krankenschwester gibt. Und die dritte starke Frau im Bunde ist Anne (Katja Flint), die Mutter des jugendlichen Schlägers, die über die Skrupellosigkeit und die totale Gefühlskälte ihres Sohnes so schockiert ist, dass sie im Unterschied zu ihrem Mann dessen Bestrafung fordert.
Auch die Tat selbst wird im Film nicht erklärt, weil sie vermutlich einfach nur ein unerklärbarer Gewaltakt ist und bleibt, wie er leider viel zu oft in unseren Städten geschieht. Die Opfer sind dann meist die Schwächsten der Schwachen, Menschen eben wie Lennard und Sam. Um das zu verhindern oder wenigstens abzumildern, plädiert der Film daher – eben auch in direkter Ansprache – an die Zivilcourage der Zuschauer.

Quelle: Bettina Müller
5. Vom Mörder zum Darsteller. Sascha Bisley spielt einen Obdachlosen (ZDFInfo am 24.05.2018, 20.15 Uhr)
Von Jan Freitag
Stuttgart. Nein, so richtig viel muss Sascha Bisley nicht an sich verändern, um als Obdachloser durchzugehen. Den Zauselbart etwas weniger akkurat gestutzt als üblich, seine Augenringe nur unwesentlich dunkler, die Halstattoos umso deutlicher sichtbar – so spielt die derbste Allzweckwaffe des Guerilla-Journalismus heute obdachlos. „Ich wage das Experiment“, sagt der telegene Sozialarbeiter im Auftrag von ZDFinfo, „eine Woche auf der Straße.“ Ausgestattet mit nichts als der Kleidung auf seiner Haut, leichtem Campinggepäck, einer Digicam und offener Angst vor Stuttgarts Winternacht zieht Sascha Bisley ins Freie, um uns die Abgründe der Konsumgesellschaft zu zeigen.

Quelle: ZDFInfo
Bisleys Presenter-Reportage ist eine Geisterbahnfahrt in die eigene Biografie. Fast 25 Jahre, bevor er 2015 mit seinem Selbsterfahrungsbericht „Zurück aus der Hölle“ zum lebenswunden Liebling des Feuilletons wurde, hat das frühere Gangmitglied in Dortmund einen Obdachlosen totgeschlagen, im Alkoholrausch. Die anschließende Haft jedoch war der nötige Schuss vor den Bug eines bandenkriminellen Hooligans, dessen Leben „alles andere als glatt“ lief, wie er nun erzählt.
Der persönliche Bericht aus dem Abgrund hat schon sein Buch zum Bestseller gemacht. Am heutigen Freitag zeigt das ZDFInfo um 20.15 Uhr die Dokumentation „Auf der Straße – Sascha Bisley unter Obdachlosen“. Der Film ist nicht nur eine Alltagssimulation, wie sie auch Jenke von Wilmsdorff und Günter Wallraff vornehmen. Sascha Bisley überbrückt den Graben zwischen unserer Wohlstandsblase und der rauen Wirklichkeit, die sie umgibt.
6. Tatort: Der König der Gosse (ARD am 02.10.2016, 20.15 Uhr)
Drei Obdachlose (Arved Birnbaum, David Bredin, Alexander Hörbe) wollen gesehen haben, wie ihr Wohltäter, der Sozialunternehmer Taubert, dem sie als „Security“ dienen, von einer Brücke gestoßen wurde. So richtig glaubwürdig wirken ihre Aussagen über den vorangegangenen, gemeinsamen Besuch beim Nobelitaliener und von Tauberts Streit mit einem Unbekannten nicht. Während die Kommissarinnen Sieland (Alwara Höfels) und Gorniak (Karin Hanczewski) vom Restaurantbesitzer eine ganz andere Version zu hören bekommen, überbringt Dienststellenleiter Schnabel (Martin Brambach) einem auffällig ungerührten Hajo Taubert die Nachricht, dass sein Bruder mit dem Tod ringt…
Schön, wie „Stromberg“-Autor Ralf Husmann mit Wahrheit und Lüge spielt, wie er Krimi, Komödie und Satire mischt. Dass das Obdachlosentrio aus Narrenfiguren besteht, ist jedoch befremdlich, wenn zugleich Privatprobleme der Kommissarinnen realistisch gezeichnet werden. Das Verhältnis von Ernst und Humor ist bei diesem Ausflug ins „Penner-Soziotop“ nicht immer im Lot. Unterhaltsam ist der Fall schon, auch wenn wir über die Ermittler das Gleiche erfahren wie im ersten.

Quelle: ARD
7. Von der Straße in den Job (SAT 1 am 31.01.2016, 18.00 Uhr)
Martin (23), Sascha (36) und Manni (51) sind obdachlos. Doch mit Unterstützung der beiden Streetworker Asgard Niemeier und Guido Fahrendholz wollen sie den Teufelskreis durchbrechen. Die Obdachlosen bekommen die einmalige Möglichkeit, ihr Leben zu ändern.
8. Auf der Straße (ARD am 12.10.2015, 20.15 Uhr)
Von Klaus Braeuer
Gerade eben saß der Mann noch auf dem Sofa, bei einem Glas Rotwein – und im nächsten Moment kippt er herunter und ist tot. Er hatte eine chronische Herzerkrankung, die Geschäfte seiner Weinexpedition in Hamburg liefen nicht mehr gut, und von alldem wusste die Ehefrau nichts: Hanna Berger (Christiane Hörbiger) steht mit Mitte 70 vor dem Nichts. So beginnt der Film „Auf der Straße“, der heute im Ersten zu sehen ist.
Zur Beerdigung findet sich auch Hannas Tochter Elke (Margarita Broich) ein. Es regnet, aber es fließen keine Tränen, allenfalls ein leises Schluchzen ist zu hören, und außer einem kurzen „Hallo“ kommt kein Gespräch zustande. Auch ihrer eigenen Familie – Freund Lars (Dirk Borchardt) und Tochter Paula (Amber Bongard) – sagt die Besitzerin eines Restaurants nichts, denn für sie waren ihre Eltern schon lange tot. Den Grund hierfür erfährt man erst mal nicht. Derweil sichtet Hanna, gemeinsam mit ihrer Freundin Gabi (Gundi Ellert), die Papiere und stößt auf viele unbezahlte Rechnungen. Als ihre EC-Karte eingezogen wird, erfährt sie von ihrer Bank, dass ihre Wohnung gepfändet werden muss und sie hohe Schulden hat. Der dringend nötige Gang zum Sozialamt und zur Schuldenberatung wird zum Offenbarungseid, und alsbald ist die Geldbörse leer und der Kühlschrank auch.
„Ich bin keine Invalidin, und ich bin nicht krank. Ich suche mir wieder Arbeit“, sagt die gelernte Friseurin. Sie fischt die Zeitung aus dem Papierkorb, sie will sich eine günstigere Wohnung suchen und muss dafür Formulare ausfüllen und Auskünfte erteilen. Auch einen Job bekommt sie nicht, da sie keinen festen Wohnsitz mehr hat – ein Teufelskreis. „Ich bin nicht zu Gast, ich bin gestrandet“, sagt sie zu Gabi, die sie aufnehmen will, doch auch dort hält es Hanna in ihrem Stolz nicht. Sie stromert durch das nächtliche Hamburg, wird ausgeraubt, sammelt Essensreste auf, trinkt Alkohol aus gefundenen Flaschen, bettelt um jeden Euro und landet in einem Wohnheim. Erst sehr spät finden Mutter und Tochter doch zueinander, und alles Ungesagte wird endlich ausgesprochen: das Besserwissen, das Wegschauen, das gegenseitige Unverständnis, die Überforderung.
Hörbiger feiert am 13. Oktober ihren 77. Geburtstag. Ähnlich wie in ihren jüngsten Filmen, „Zurück ins Leben“ (Alkoholsucht), „Stiller Abschied“ (Alzheimer-Krankheit) und „Bis zum Ende der Welt“ (Ausländerfeindlichkeit), tritt sie auch in ihrem neuesten Film ungeschminkt vor die Kamera. „Ich finde es gut für meinen Lebensweg zwischen dem Älterwerden und dem Altwerden, dass man auf das Wesentliche kommt und Stoffe macht, für die man sich nicht genieren sollte“, sagt Hörbiger.
Ihr Porträt als sture Frau, die aus dem Leben fällt, ist großartig und fein beobachtet, der Zuschauer kann ihrem optischen und seelischen Verfall schaudernd beobachten. Zugegeben: Die Geschichte wirkt schon ein wenig konstruiert, und zeitweilig gerät der Film etwas zu melodramatisch. Aber insgesamt bleibt das Geschehen glaubwürdig. Regisseur Florian Baxmeyer (40), selbst studierter Soziologe, inszenierte sein Sozialdrama nach einem Drehbuch von Thorsten Näter. Hörbiger schont weder sich selbst noch den Zuschauer und trägt diesen schwierigen Stoff rund um das Thema der plötzlichen Verschuldung und Obdachlosigkeit sehr eindrucksvoll.

Quelle: ARD
9. Raus aus den Schulden (RTL am 17.08.2015, 21.15 Uhr)
Steven D. und Katharina M. sind seit acht Jahren ein Paar. Sie lernten sich im Schwarzwald kennen. Steven, der eigentlich aus Potsdam stammt, machte dort seine Ausbildung zum Koch. Katharina absolvierte zur selben Zeit eine Ausbildung als Hotelfachfrau. Zu diesem Zeitpunkt schien die Welt noch in Ordnung. Doch beide schmissen zeitgleich im zweiten Lehrjahr hin und gingen nach Potsdam. Grund bei Katharina, ihre Ausbildung nicht zu beenden, war ihre Krankheit. Sie ist manisch depressiv und mit allem überfordert. Steven hingegen schmiss seine Ausbildung, weil er einfach kein Durchhaltevermögen zeigte. Das bestätigt sich auch etwas später in Potsdam - beide versuchten einen erneuten Anlauf. Jedoch währte auch dieser nicht lange. Wieder warfen beide hin und stehen nun ohne Ausbildung da. Doch das ist nicht das einzige Problem: Sie haben Schulden - und das nicht zu knapp. Mit rund 30.000 Euro stehen die beiden bei Vermietern, Handyanbietern, dem Jobcenter und diversen Gläubigern in der Kreide.
Das Resultat: Sie verlieren ihre Wohnung und leben seit mehr als 4 Jahren im Obdachlosenheim. Hier werden sie von Monat zu Monat geduldet - doch eine dauerhafte Lösung ist das nicht.
Zu den finanziellen Problemen kommen auch noch rechtliche, denn Steven und Katharina klauten eine Zeit lang, um sich versorgen zu können. Doch nicht nur Lebensmittel wandern unbezahlt in ihre Taschen, auch Zigaretten und Bier ließen sie mitgehen. Mehr als einmal wird Steven erwischt und zu mehr als 1.300 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
Mit diesem Urteil ist auch seine berufliche Laufbahn erst einmal auf Eis gelegt, denn Zeit für eine Ausbildung oder einen Job hat er bei diesem Strafmaß nicht.
Katharina und Steven stehen am Rande der Gesellschaft. Sie finden keine Wohnung, haben es schwer, einen neuen Ausbildungsplatz zu finden und halten sich mit Aushilfsjobs über Wasser. Doch egal was sie machen, es wird jeden Tag schlimmer. Auch die Depressionen von Katharina nehmen wieder zu: Sie schleppt sich von Tag zu Tag und wenngleich sie medikamentös eingestellt ist - die Symptome spürt sie immer.
Aus diesem Grund rufen die beiden Peter Zwegat um Hilfe. Ohne ihn sehen sie keinen Ausweg.
Kann der Schuldnerberater hier helfen oder ist die Situation so verfahren, dass selbst er keine Lösung findet?

Quelle: RTL
10. Tatort: Freddy tanzt. Obdachlos durch die Nacht (ARD am 02.02.2015, 20.15 Uhr)
Von Imre Grimm
Irgendwann, tief in der Nacht, stand also dieser schwer verletzte Mann blutend vor dem teuren Kölner Mietshaus, wo ein Loft 2400 Euro im Monat kostet. Und niemand half. Nicht der seltsame bullige Eishockeytrainer, der in Leverkusen ein neues Team trainiert. Nicht die elegante Kunstprofessorin, die ein pikantes Geheimnis hütet. Nicht das passiv-aggressive Esoterikerzauselpärchen, das gerade bei Tofu mit Mohn und Gerste sitzt. Und auch nicht die verhuschte Frau Petersen unterm Dach, die den Müll nur nachts raus- bringt auf Zehenspitzen.
Es ist in diesem „Tatort“ ausnahmsweise mal keine archaische Dorfgemeinschaft, die die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) eisern anschweigt. Sondern ein Mietshaus voller Bildungsbürger und Besserverdiener. Und das ist natürlich eine schöne Parabel auf die soziale Eiseskälte der Gegenwart: ein abgestürzter obdachloser Pianist vor einem Haus, in das er nicht hineinkommt, weil die Mittelschichtler drinnen fürchten, dass ihr Leben aus den Fugen geraten könnte. Zerbrochene Träume, Lebenslügen und Zivilcourage sind die großen Themen in diesem klugen Kölner Fall, der ganz harmlos beginnt: Der Sohn von Schenks Nachbarin ist verschwunden, er war mit der Cellistin des WDR-Funkhausorchesters zusammen, aber Julia (Laura Sundermann) weiß auch nicht weiter. Und Schenk fühlt sich nicht zuständig. Überhaupt stehen beide Ermittler zu Anfang ziemlich schlapp in der bleiernen Bläulichkeit ihres 61. Falls herum. Nicht viel los heute.
„Da können wir um 15 Uhr Schluss machen, was Freddy? Und unseren Hobbys nachgehen.“ „Hobbys?“ „Ja, Hobbys. Hast du nicht so ?n dolles Aquarium?“ „Das ist Jahre her?...“

Quelle: ARD
Wie ein in Routine erstarrtes Ehepaar wuseln die beiden nebeneinander her und kriegen nicht mal den Kaffee ordentlich gekocht. Aber dann, als die Mutter selbst ihren toten Sohn im Gebüsch findet, wird aus dem Vermissten- ein Mordfall. Und die Spur führt zu drei Bankern, die sich mit dem späteren Opfer in einer Bar gestritten haben. Diese Banker allerdings stammen aus dem Fernsehsetzbaukasten für überdrehte Finanzheinis, es sind Pillen schluckende, Boni jagende Ekelpakete, die beknackte Richard-Branson-Sätze sagen: „Live fast – die young!“ Das ist schade, denn das übrige Personal ist fein besetzt, etwa mit der elegant-kapriziösen Ursina Lardi als Professorin mit dem etwas platten Namen Claudia Denk. In die verguckt sich der verheiratete Freddy Hals über Kopf, was dem halbtoughen Bullen prima steht. Gefühls- chaos, Wankelmut, Leere – Freddy steckt bis zum Hals in einer Midlife-Crisis, da hat eine faszinierende Frau leichtes Spiel. Nicht minder originell Gudrun Ritter in ihrer Nebenrolle als energetisch negativ aufgeladene Spiritualistin mit Putzfimmel, eine Art Else Kling nach vier Wochen im Ashram. Den kurzen Einsatz des WDR-Funkhausorchesters muss man allerdings nicht mit fünf (!) Seiten im Presseheft feiern.
Regisseur Andreas Kleinert („Kelly Bastian – Geschichte einer Liebe“, „Die Frau von früher“, „Borowski und der Engel“) und Drehbuchautor Jürgen Werner erzählen mit zunehmender Dichte und ordentlich Nachteulen-Melancholie eine komplexe, manchmal etwas episodische Parabel auf vorsätzliche Blindheit, biografischen Egoismus und die Grenzen des Aushaltbaren in Schicksalsfragen, die am Ende zwei Botschaften hinterlässt: An einem Verbrechen ist auch derjenige mit schuldig, der seine Folgen nicht verhindert. Und niemand, wirklich niemand, ist vor dem sozialen Absturz gefeit. Das ist kein klassischer „Tatort“, eher ein subtiler ARD-Mittwochsfilm mit Mord.
„Toleranz fällt leicht, wenn einem alles egal ist“, herrscht die Mutter des Pianisten irgendwann Max Ballauf an. Und trifft damit den Kern der Frage, die dieser ARD-Krimi mal ganz ohne anstrengendes Moralisieren in den Raum stellt: Ist keine Haltung zu haben nicht auch eine Haltung? Und ist diese Haltung unter Umständen nicht ebenso schädlich wie eine falsche Haltung?
11. Menschen bei Maischberger:
Hochgeflogen, tief gestürzt - Wie geht das Leben weiter ? (ARD am 02.12.2014, 22.15 Uhr)
Drei Jahre Haft für Thomas Middelhoff: Das Urteil gegen den Spitzenmanager wegen Untreue hat viele überrascht: Aus der Luxusvilla musste er direkt in die Gefängniszelle. Was passiert, wenn Karrieren plötzlich abreißen? Wenn einen die Schulden in die Insolvenz treiben? Oder – wenn man keine Wohnung mehr hat oder die Zahnbehandlung nicht mehr bezahlen kann? Droht nach dem Abstieg die gesellschaftliche Ächtung?
Gäste:
Ronald B. Schill (Ehem. Richter und Ex-Senator)
"Die Maßlosigkeit wurde mir zum Verhängnis", sagt er heute. Seine harten Urteile trugen ihm den Titel "Richter Gnadenlos" ein. Nach dem Erfolg seiner rechtspopulistischen Partei bei den Hamburger Bürgerschaftswahlen 2001 wurde Ronald Barnabas Schill hochumstrittener Innensenator im Kabinett des CDU-Bürgermeisters Ole von Beust, der ihn 2003 nach einem politischen Skandal entließ. Schills politisches Comeback mit einer neuen Partei scheiterte. Er verließ Deutschland, machte Schlagzeilen, u. a. wegen Kokainkonsums. Heute lebt der 56-Jährige in einem Armenviertel in Rio de Janeiro.
Eike Immel (Ehem. Fußballprofi)
Er zählte jahrelang zu den besten deutschen Torhütern: Mit gerade mal 17 Jahren feierte er sein Bundesligadebüt, mit 20 wurde er Nationaltorwart. Der Junge aus der hessischen Provinz machte rasant Karriere, bei Dortmund, Stuttgart, Manchester City. Schnelle Autos, Frauen, Luxus-Immobilen gehörten dazu. 2008 dann der Absturz: Schulden im sechsstelligen Bereich, Privatinsolvenz, Prozesse wegen Betrugs. "Es hat Tage gegeben, an denen ich keine zehn Cent hatte, um mir morgens ein Brötchen zu schmieren", sagt Eike Immel heute.
Nino de Angelo (Sänger)
Es war der Fluch des frühen Erfolgs: "Jenseits von Eden" wurde 1983 für den damals 19-Jährigen zum größten Hit. Fortan kostete Nino de Angelo die dunklen Seiten eines Promi-Lebens voll aus: Alkohol, Kokain, Geld verprasst. Mit Millionenschulden musste er in die Insolvenz. Drei Ehen gingen in die Brüche. Er erkrankte an Krebs, verlor zeitweise die Stimme, sein "größtes Kapital", wie der Sänger sagt. Trotz seines Achterbahnlebens gesteht di Angelo: "Ich gehe gerne bis zum Abgrund. Wenn man am Abgrund steht, kann man sehr viel lernen."
Yvonne Holthaus (Heilpraktikerin und Autorin)
Ein schicksalsreiches Leben mit oft mehr Tiefen als Höhen, so beschreibt die 38-Jährige, was ihr an Unglück widerfahren ist: Nach der Trennung von ihrem Partner blieb die damalige Steuerfachgehilfin auf einem Schuldenberg sitzen, musste Privatinsolvenz anmelden. Ihr neuer Lebensgefährte betrog sie und führte ein Doppelleben. Die größte Tragödie: Ihre Mutter wurde ermordet, im Auftrag ihres Vaters. Yvonne Holthaus aber verblüfft mit ihrem Optimismus: "Kein Schicksal im Leben kann so schlimm sein, als dass man sich selbst aufgibt."
Wolfgang Ködel (Ex-Unternehmer und Ex-Obdachloser)
Jedes Jahr verschwinden in Deutschland tausende Menschen. Die meisten tauchen nach wenigen Tagen wieder auf, nicht aber Wolfgang Ködel. Der Unternehmer drohte mit seinem verschuldeten Betrieb Pleite zu gehen. Der Schlosser entschied, alles hinter sich zu lassen, schloss eines Tages sein Haus ab und zog mit einem Zelt in den Wald. Hier lebte der Bayer drei Jahre versteckt, ohne jeden Kontakt zu Menschen und ernährte sich von Supermarktabfällen. Jetzt kehrte Wolfgang Ködel zurück.
12. "Glückskind"
Aufgabe gegen Selbstaufgabe (arte am 21.11.2014, 20.15 Uhr)
Von Sabrina Mazzola
Darf man das? Ein Baby seine Milch aus einer Bierflasche trinken lassen? „Das geht doch nicht!“, das sieht selbst Hans Scholz (Herbert Knaup) ein. Der Arbeitslose hat den Säugling in einem Müllcontainer vor seinem Haus gefunden und will ihn versorgen – aber in seiner verwahrlosten Wohnung hat Hans für die Babymilch eben nur eine Bierflasche.
Der Mann mit dem schlabbrigen Trenchcoat hat auch sonst nicht viel: kein Geld, keine Freunde, keinen Antrieb. Er lebt in einer dreckigen Anderthalbzimmerwohnung, die das Jobcenter bezahlt. Er raucht, trinkt, war mal auf der Straße und hat neben der Körperpflege auch sich selbst vergessen. Da kommt ihm das kleine Mädchen aus dem Container gerade Recht, Felizia nennt er es, „weil sie so viel Glück hatte“. Oder vielleicht, weil er selbst mit diesem Findelkind so viel Glück hatte? Denn für den Säugling, den eine junge Mutter achtlos hingelegt hatte, macht Hans wieder etwas aus seinem Leben: Er entrümpelt seine Wohnung, rasiert sich, wacht wieder auf. Den Kontakt zu seiner eigenen Familie hat er seit Langem verloren, nachdem er seine Frau betrogen hatte. Auch seine Tochter Hanna lehnt ihn ab, und so wird sein Leben lediglich von Zufallsbekanntschaften flankiert: dem Kioskbesitzer Wenzel (Thomas Thieme) etwa oder seinen iranischen Nachbarn.

Quelle: ARD
Scholz will das Kind unbedingt behalten und großziehen, will seinen neuen Lebensinhalt nicht aufgeben. Vor allem aber: Er will denselben Fehler nicht noch einmal machen wie mit seiner Familie. Doch er erfährt aus dem Fernsehen, dass die Mutter vorgibt, sie habe das Kind getötet. Sie sitzt in Untersuchungshaft, und Scholz quält ein Dilemma: Wenn er das Kind nicht zurückgibt, gilt es als tot, und die Mutter wird verurteilt.
Das SWR-Drama „Glückskind“ unter der Regie von Michael Verhoeven ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Steven Uhly. Es war der Eröffnungsfilm des neuen Internationalen Filmfests Potsdam Anfang Oktober dieses Jahres. Der Stoff greift das bekannte Motiv von familiären Brüchen und der Frage nach der Möglichkeit einer zweiten Chance auf ungewöhnliche Art auf. Es löst Beklemmung und Mitleid aus, wie verzweifelt sich Scholz an das Kind klammert, das nicht das seine ist. Der Säugling rüttelt den Mann auf, ihm werden durch das Mädchen seine Fehler von damals wieder bewusst. Er spürt in der Verantwortung für das kleine Kind dieselbe Verantwortung, die er früher für seine Tochter hätte verspüren sollen, aber nie übernahm. Es berührt, wie Scholz durch Felizia die Erinnerungen an seine eigene Tochter wieder zulassen kann – und die dazugehörigen Gefühle.
Knaup spielt Hans Scholz mit einer ruppigen Sensibilität und zeigt ihn als Gescheiterten, mit dem man mitfühlen muss. Knaup und Thomas Thiemes Figur des Kioskbesitzers Wenzel haben eine ungewöhnliche Art der Männerfreundschaft, die ein trauriges Thema verbindet: Man ist noch da, weiß aber nicht so recht, warum. Der Film erzählt in wohlüberlegten Bildern vom Sichaufgeben, das in Selbstaufgabe für andere mündet. Scholz tut am Ende alles, um die junge Mutter zu schützen. „Sie haben eine zweite Chance verdient!“, sagt er und meint damit auch sich selbst. Er hat Glück: Am Ende schafft er es, sich eine Brücke zu seiner Tochter zu bauen.
13. Abstieg für eine Nacht (ZDF am 27.10.2012, 20.15 Uhr)
Zu Gast in einer anderen Welt: Bella Block trifft auf die Haupstadt der Obdachlosen
Bella Block muss sich in ihrem neuesten Fall wie eine Obdachlose durch Berlin schlagen - und einen Mörder jagen
Von Ernst Corinth
Eigentlich möchte Bella Block (Hannelore Hoger) nur mit ihrer Berliner Freundin (Maren Kroymann) in der Hauptstadt ein Kulturwochenende verbringen. Doch die pensionierte Leiterin der Hamburger Kripo gerät schon bei ihrer Ankunft am Berliner Bahnhof mitten hinein in einen Kriminalfall. In der Folge "Unter den Linden" wird Block Zeugin, wie ein Mann vor einen Betonmischer gestoßen wird. Der fliehende Täter ist vermutlich ein älterer Herr (Otto Mellies), mit dem die sich kurz zuvor noch freundlich unterhalten hat.
Als auch noch ihr Portemonnaie mit Ausweis, Geld und Kreditkarte gestohlen wird und ihre Berliner Bekannte seltsamerweise nicht zu ereichen ist, gerät Bella Block in eine richtig verzweifelte Lage. Notgedrungen muss sie letztlich sogar in einer Obdachlosenunterkunft die Nacht verbringen.
Am nächsten Tag besorgt sie sich dann einen Ersatzausweis und Bargeld und macht sich sofort auf die Suche nach dem älteren Herrn. Ihre Nachfroschungen fuhren sie in den Osten Berlins. Dabei lernt sie ein ganz anderes Bild von der Stadt kennen, das geprägt ist von Einsamkeit und Altersarmut, von psychischer und sozialer Verelendung im Alter.
Die Hochhauswohnungen im Stadtteil Lichtenberg waren zu DDR-Zeiten modern und wegen der Fernwäremheizung gefragt. Nun sind sie ein Alten-Getto. "Hier wohnen nur die, die es nicht geschafft haben: die Versager, die Armen und die Alten", sagt eine Angestellte im Mahnwesen der zuständigen Sozialwohnungsgesellschaft. Der Tote unter dem Betonmischer war Chef dieses Unternehmens.
Auch in diesem, von Regisseur Martin Enlen nach einem Drehbuch von Katrin Bühlig inszenierten Fall, wird ein soziales Problem, ein gesellschaftlciher Skandal, aufgegriffen. Und dank der Figur der Ermittlerin und ihrer charismatischen Darstellerin wird das schwierige Thema mit viel Empathie und stets großer Glaubwürdigkeit behandelt. Einen optischen Gegensatz zur tristen Hochhaussiedlung findet die Kamera auf dem Friedhof "Unter den Linden", auf dem die Laubbäume von Sonnenlicht durchflutet werden. Schließlich ist es, anders als vielleicht zunächst erwartet, auch dieser Friedhof, auf den der Titel des Films anspielt - und eben nicht der Prachtboulevard, der am Brandenburger Tor beginnt.
Doch bei aller Ernsthaftigkeit gibt es auch ein paar schöne selbstironische Schlenker - vor allem um den charmanten Gastronomen Carlo Lenz, der ausgerechnet von Peter Simonischek, dem Heiratsschwindler aus der Folge "Falsche Liebe" (2008), verkörpert wird. Im Restaurant ihrer neuen Bekanntschaft genießt Bella Block die schönen Seiten des Lebens: Wein, Gesang und Komplimente. Der neue Freund wird sie bald in Hamburg besuchen - in der schon abgedrehten 33. Bella-Block-Folge mit dem Arbeitstitel "Hundskinder". Bella-Block-Fans dürfen sich also freuen.
14. Deutschlands Arme und ihr Arzt (WDR am 08.10.2013, 15.00 Uhr)
"Das Arztmobil ist da – wenn jemand was braucht!" So klingt es, wenn Dr. Gerhard Trabert Wohnungslosen ärztliche Hilfe anbietet. Der Arzt und Sozialarbeiter hat schon vor vielen Jahren sein Sprechzimmer auf die Straße verlegt. Unterstützung erhält er dabei vom Verein Armut und Gesundheit in Deutschland, den Trabert 1997 gründete. Der Verein engagiert sich für arme Menschen in Deutschland, aber auch weltweit.
Gerhard Trabert ist ein Arzt, der auf die Menschen zukommt. Und das ist wörtlich gemeint: Mit seiner fahrbaren Ambulanz, dem Arztmobil, fährt er dorthin, wo die Not am größten ist: zu Wohnungslosen auf die Straße. Was ihn bewegt und was er noch alles ins Rollen bringt, darüber haben wir mit ihm gesprochen. Falls Sie ihn bei seiner Arbeit unterstützen möchten, hier der Link zu seinem Verein Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.:
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Gerhard Trabert (entnommen http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/wirtschaft_und_finanzen/armut/interview_trabert.jsp
Gerhard Trabert ist ein Arzt, der auf die Menschen zukommt. Und das ist wörtlich gemeint: Mit seiner fahrbaren Ambulanz, dem Arztmobil, fährt er dorthin, wo die Not am größten ist: zu Wohnungslosen auf die Straße. Was ihn bewegt und was er noch alles ins Rollen bringt, darüber haben wir mit ihm gesprochen.
Planet Wissen (PW): Herr Trabert, wie sind Sie auf die Idee für das "Arztmobil" gekommen?
Gerhard Trabert (G.T.): Die Ursprungsidee entwickelte sich, als ich in Indien als Arzt in einem Leprahospital tätig war. Die dortigen Ärzte machten die langwierigen Medikamenten-Behandlungen der Leprapatienten direkt in den jeweiligen Dörfern. Dass der Arzt zu den Patienten kommt und nicht umgekehrt, erhöhte deutlich den Erfolg der Therapie. Außerdem reifte in Indien mein Entschluss, erst einmal in meiner Heimat Deutschland zu schauen, ob es nicht auch dort Armut gibt, statt mich im Ausland zu engagieren.
PW: Wie schwierig war es, das Projekt Arztmobil in Deutschland durchzusetzen?
G.T.: Es war jedenfalls nicht leicht: In Deutschland durften damals nur "niedergelassene" Ärzte tätig sein, "fahrende" Ärzte hingegen waren verboten. Darum musste ich erst die Kassenärztliche Vereinigung und andere Stellen für die Idee gewinnen, was letztendlich rund ein Jahr dauerte. Als das geschafft war, durfte ich als erster Arzt in Deutschland mit einer besonderen Ermächtigung "umherziehend" meinen Beruf ausüben und konnte wohnungslose Menschen auf der Straße aufsuchen und behandeln.
PW: Im Mai 2013 hat der Verein Armut und Gesundheit in Deutschland eine Poliklinik eröffnet. Was war der Anlass für dieses neue Projekt?
G.T.: Mit der Einrichtung dieser Poliklinik wollen wir noch mehr Patienten in schwierigen Lebenslagen unterstützen. Denn zunehmend bitten uns Menschen um medizinische Hilfe, die nicht wohnungslos sind. Häufig sind sie nicht krankenversichert, weil sie die Beiträge nicht zahlen konnten. Zudem sind viele unserer Patienten mit den hohen Zuzahlungen für Medikamente oder mit den Eigenbeteiligungen für Brillen oder Zahnbehandlung überfordert.
Es kommen einfach immer mehr Menschen, die sich die ganz normale Gesundheitsversorgung nicht mehr leisten können. Um ihnen zu helfen, haben wir jetzt Praxisräume auf der Zitadelle in Mainz gemietet und bieten dort medizinische Versorgung und fachärztliche sowie psychosoziale Beratung an.
PW: Wie finanziert sich die Poliklinik?
G.T.: Durch Spenden und Fördermittel des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland. Unsere Fachkräfte engagieren sich ehrenamtlich, oft sind es pensionierte Ärztinnen und Ärzte, die sich dafür Zeit nehmen. Einen Teil unserer Medikamente stellen Arztkollegen und Apotheker zur Verfügung. Der Großteil unserer medizinischen Einrichtung, wie ein EKG-Gerät und ein Zahnarztstuhl, sind Spenden.
PW: Sind arme Menschen in Deutschland stärker von Krankheit betroffen als wohlhabende?
G.T.: Ja, es besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Armut und Krankheit. Arm und damit sozial benachteiligt zu sein, ist mit einer deutlich erhöhten Erkrankungsquote kombiniert. Armut führt zu Krankheit, aber zunehmend führt Krankheit auch zu Armut. Mittlerweile ist Krankheit der vierthäufigste Grund für eine Verschuldung. Die zahlreichen Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen machen sich bemerkbar. Auch führen Krankheiten teilweise zu gravierenden Leistungseinbußen der Betroffenen und damit zu Einkommensverlusten. All das sind Gründe für diese fatale Entwicklung.
PW: Um welche Krankheiten handelt es sich vor allem?
G.T.: Besonders Herz-Kreislauf-Krankheiten, psychische Erkrankungen, Krankheiten der Atemwege und der Verdauungsorgane. Aber auch Infekte und Hauterkrankungen treten bei sozial benachteiligten Menschen gehäuft auf. Von Armut betroffene Menschen sind aber nicht nur kränker, sie sterben auch deutlich früher. Das ist ein Skandal, der in der Öffentlichkeit immer noch zu wenig wahrgenommen wird und den weite Teile der Politik einfach ignorieren. Bei armen Frauen ist die Lebenserwartung um durchschnittlich acht Jahre geringer, bei armen Männern sogar um elf Jahre.
PW: Hat sich das Problem Armut in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland verschärft?
G.T: Nach der Einführung von Hartz IV hat die Armut hierzulande deutlich zugenommen. Die Schere zwischen Arm und Reich geht stark auseinander. Vor allem die Armutsquote von Kindern ist gestiegen. Über 2,5 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Und das Risiko, sich durch Krankheit zu verschulden und in Armut zu geraten, ist seit 2005 von fünf auf zehn Prozent gestiegen.
PW: Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, um Armut in Deutschland zu bekämpfen?
G.T.: Das ist natürlich die Kardinalfrage. Handlungsbedarf sehe ich auf mehreren Ebenen. Strukturen, die ausgrenzen und benachteiligen, müssen geändert und verbessert werden. Als Beispiel: Der sogenannte Hartz IV-Satz – das Arbeitslosengeld II – ist zu gering bemessen. Er müsste 35 bis 40 Prozent höher sein. Außerdem sollten die hohen Zuzahlungen zu Medikamenten, Brillen und Zahnersatz rückgängig gemacht werden. Es müsste zusätzliche Härtefallklauseln geben. Eine Bürgerversicherung wäre geeignet, eine solidarische Gesundheitsversorgung aufzubauen und zu finanzieren.
PW: Was könnte die zunehmende Armut mildern?
G.T.: Zum Beispiel das Einführen von Mindestlöhnen. Denn mittlerweile sind selbst Menschen mit Job von Armut betroffen. Wir haben meines Erachtens kein Finanzierungs-, sondern ein Verteilungsproblem. Es müsste eine stärkere Umverteilung stattfinden: In Deutschland haben wir die geringste Einkommens- und Vermögenssteuer in ganz Europa.
PW: Was geschieht mit den Menschen, solange die Situation bleibt, wie sie ist?
G.T.: Das ist es eben: Die Menschen brauchen jetzt Hilfe. Deshalb sind medizinische Angebote notwendig, die auf die Betroffenen zukommen. Dies versuchen wir seit Jahren mit unserem Arztmobil und seit Mai 2013 mit unserer Poliklinik für arme Menschen zu realisieren.
PW: Was ist Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders wichtig?
G.T.: Es geht mir um einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit den Menschen. Der dänische Familientherapeut Jesper Juul hat einen interessanten Begriff eingeführt, den Begriff der Gleichwürdigkeit. Diesen Begriff gibt es ursprünglich in der deutschen Sprache nicht, wohl aber in anderen Sprachen. Für mich drückt dieser Begriff eine fundamentale menschliche Beziehungs- und Kommunikationsebene aus: Menschen in Würde zu begegnen und armen Menschen damit ein Stück verloren gegangener Würde wieder zurückzugeben.
Diese Würde spiegelt sich auch in einer Gesundheitsversorgung wider, die für jeden zugänglich ist. Ein großes Anliegen ist mir aber auch, die Gesellschaft für Armut in Deutschland zu sensibilisieren, die Ursachen für Armut zu benennen und sie zu verändern.
15. Judith Rakers Selbstversuch: 30 Stunden obdachlos (ARD am 05.12.2013, 22.45 Uhr)
Für eine Reportage bettelte die "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers um Kleingeld, stand in Suppenküchen an und übernachtete mit Obdachlosen unter einer Brücke.
Von Anika Riegert
Hamburg Eine Geschichte über Obdachlose. Beliebtes Thema für Bewerbungsreportagen an Journalistenschulen. Ein wichtiges, berührendes Thema, aufgrund seines Betroffenheits-Charismas immer relevant. Aber kein Thema, das vor Kreativität sprüht und bei dem man glaubt, noch etwas komplett Neues erfahren zu können. Denken viele.
Judith Rakers denkt anders. Die ARD-Moderatorin und "Tagesschau"-Sprecherin hat sich sehr bewusst dafür entschieden, obdachlose Menschen, insbesondere Frauen, und die damit verbundenen Schicksale und Lebensgeschichten in den Mittelpunkt ihrer Reportage "Schicksal obdachlos" zu stellen. Rakers begibt sich mit dem Format auf altes und neues Terrain zugleich. Bereits als Studentin und vor ihrer Karriere als Moderatorin und Sprecherin hat die Journalistin aus Paderborn eigene Filme für "Focus TV" gemacht. In den vergangenen Jahren jedoch arbeitete sie fast ausschließlich vor der Kamera. "Unser Programmdirektor Frank Beckmann hat mich in einem Perspektivgespräch gefragt, was ich gerne machen würde, wenn ich freie Hand hätte", erzählt die 37-Jährige. Ihr Wunsch: "Ich möchte Reportagen drehen, Ausschnitte aus dem Alltag zeigen."

So kam es, dass sie sich im Februar diesen Jahres mit Autorin Caroline Pellmann und einer Kamerafrau für 30 Stunden auf die Straßen Hamburgs begab, um anzufühlen, was es heißt, ohne Wohnung, ohne Geld und ohne Schutz vor Kälte, Kriminalität und Hoffnungslosigkeit zu sein.
"Ich wollte auf Augenhöhe kommen"
Ausgerüstet mit den Leitfragen: Warum landen Menschen auf der Straße? Wie kommen vor allem obdachlose Frauen zurecht? Wovor haben sie Angst? startete Rakers ihren Selbstversuch. "Ich wollte auf Augenhöhe kommen", sagt sie. Nicht als die gut aussehende, gepflegte und eloquente Medienfrau, sondern als authentischer Teil dieser Welt da unten, um eben nicht nur von oben drauf zu schauen. Eine Herausforderung, vielleicht sogar ein Drahtseilakt, weil man Judith Rakers in dieser Rolle bislang nicht kennt. Für die Reportage geht Rakers in die Kleiderkammer, tauscht ihr Jacket, Tasche, Handy und Autoschlüssel gegen Wollpullis, Winterjacke, Isomatte und Zahnbürste. Das Make-up wird entfernt – Judith Rakers, blass und pur. Die 30 Stunden können starten. Judith Rakers wird dabei gefilmt, wie sie am Hauptbahnhof in Mülleimern wühlt und Burgerreste sucht. Wie sie in einem Imbiss um ein Brötchen bettelt und leer ausgeht. Wie sie sich schließlich in der Spitalerstraße direkt an Passanten wendet und bettelt. Sie wird nicht erkannt. Sie wird nicht beachtet. Sie wird ignoriert. Nach Stunden schenken ihr zwei junge Frauen 3,50 Euro. "Ich war dafür so dankbar, dass mir die Tränen kamen", erinnert sich Rakers. Sie merkt: "Luft für andere zu sein, in einer Situation in der man Hilfe braucht, ist das Schlimmste."
In der Alimaus, der Armenspeisung in Altona, trifft Rakers nach sieben Stunden die 46-jährige Alex. Eine Frau, die nach Scheidung und Suchtkrankheit so aus der Bahn geworfen wurde, dass die Abwärtsspirale sie irgendwann direkt auf die Straße schleuderte. So ist es bei vielen. Judith Rakers kennt solche Geschichten zuhauf, denn seit mehreren Jahren engagiert sie sich aktiv für das Hamburger Straßenmagazin "Hinz&Kunzt".
"Selber zu erfahren, wie das Leben auf der Straße sich anfühlt, ist etwas völlig anderes", sagt sie. Alex ist plötzlich ihr Rettungsanker in der unbekannten Welt. "Ich hatte nicht das Gefühl auf Augenhöhe zu kommen, sondern war plötzlich vielmehr diejenige, der geholfen werden musste", sagt Judith Rakers. Übernachten wollte sie für die Reportage ursprünglich im Frauenzimmer, einer Notunterkunft für bedürftige Frauen. Doch das angemeldete Bett wird kurzfristig für echte Notfälle benötigt. Judith Rakers, die nach elf Stunden auf der Straße erschöpft und müde wirkt, muss umplanen und nächtigt auf der Straße. Es wird eine lange und laute und kalte Nacht unter der Kersten-Miles-Brücke in der Neustadt. Es herrschen Minusgrade. Hilfe bekommt Rakers wieder von anderen Obdachlosen, die Matratzen und Alkohol mit ihr teilen und etwas von dem abgeben, was auf der Straße ein hohes, überlebenswichtiges Gut ist: Wärme und Menschlichkeit. "Wenn ich hier eine Woche leben müsste, würde ich morgens auch schon ein Bier trinken, damit einem alles ein bisschen egal wird", entfährt es der Journalistin. Sie lernt, dass gerade Frauen auf der Straße vielen, nicht selten sexuellen, Übergriffen ausgesetzt sind.
Kurz vor Ablauf der 30 Stunden ist Rakers am Ende ihrer Kräfte, hat mit dem Verkauf von einem "Hinz& Kunzt"-Exemplar 1,10 Euro verdient. Das Fazit der Journalistin: "Es war krass, hart, unvergesslich – mit wunderschönen Momenten." Die 30-minütige Reportage "Schicksal obdachlos" wirkt durch ihre unaufgeregte Intensität. Sie zeigt eine neue Facette des Lebens der Obdachlosen auf Hamburger Straßen. Und eine andere Facette der Medienfrau Judith Rakers.
www.youtube.com/watch?v=RpuofbXlyz4
16. "Wer seine Kinder liebt, der züchtigt sie". Dokumentation über die Prügelstrafe (ARD am 07.04.2014, 23.30 Uhr)
ARD zeigt Dokumentation über brutale Eltern
Von Tilmann P. Gangloff
In zu vielen Familien ist Gewalt gegen Kinder auch heute noch an der Tagesordnung, aber früher war sie regelrecht institutionalisiert. Autorin Erika Fehse versucht in ihrer Dokumentation "Wer seine Kinder liebt, der züchtigt sie", die Atmosphäre einzufangen, in der diese Haltung gedeihen konnte. Zeugen der Anklage aus unterschiedlichsten Generationen beschreiben, wie sie brutale Eltern erlebt haben. Mehr als einmal wird deutlich, wie Erziehungsberechtigte und Verwandte ihre sadistischen Triebe auslebten.

Quelle: ARD
Der Film konzentriert sich ausschließlich auf die Opfer. Sehenswert ist Fehses Arbeit vor allem, weil sie ihre Gesprächspartner ausgezeichnet ausgewählt hat. Eine Saarländerin und ein Sachse belegen, dass Prügelstrafen in BRD und DDR gleichermaßen als probates Mittel galten. Zentraler Zeitzeuge ist der Schriftsteller Tilman Röhrig, der seine traurigen Kindheitserlebnisse vor vierzig Jahren in dem Buch "Thoms Bericht" verarbeitet hat.
Die für den WDR entstandene Dokumentation bedient sich einer Bildsprache, die durch den MDR salonfähig wurde: Da es natürlich keine biografischen Prügelbilder gibt, werden die Leerstellen mit allgemeingültigen Spielszenen gefüllt.
17. Abenteuer Los Angeles (VOX am 20.04.2014, 15.20 Uhr)
Francesca Pastore und Maja Neprasova - Abenteuer Los Angeles:
Ein echtes Abenteuer: 'Auf und davon - mein Auslandtagebuch' spendiert zwei Tickets inklusive Unterkunft für eine Woche Los Angeles. Die einzige Bedingung: Wer sich darauf einlässt, muss in der Stadt der Engel eine Aufgabe erfüllen - eine Aufgabe, die einen an seine Grenzen bringen kann. Zwei Mädchen wollen sich auf das Abenteuer einlassen: die angehende Köchin Francesca Pastore (24) aus Berlin und die Tanzlehrerin Maja Neprasova (22) aus München. Beide waren noch nie in Los Angeles und hoffen, hier Glamourluft schnuppern zu können. Maja würde gern durch Beverly Hills cruisen, Francesca möchte sich auf die Suche nach der Villa von ihrem Lieblingsschauspieler Bruce Willis machen.
Was die beiden erst vor Ort erfahren: Statt nach Hollywood gehts für sie in die Skid Row nach Downtown Los Angeles. Auf 50 Häuserblocks leben über 10.000 Menschen unter dem Existenzminimum - schlafen nachts in provisorischen Zelten oder auf Kartons auf dem Gehweg. Die Obdachlosenheime hier brauchen jede helfende Hand - Maja und Francesca werden sie für eine Woche unterstützen.
In der Los Angeles Mission sollen die Mädchen putzen und in der Küche aushelfen. Sie werden mit Drogensüchtigen und Obdachlosen zu tun haben. Wie reagieren die beiden, wenn sie erfahren, wo genau sie ihre Reise hinführt? Stellen sich die jungen Frauen dieser unerwarteten und verantwortungsvollen Aufgabe?
Näheres: auf und davon - Mein Auslandstagebuch Francesca Pastore und Maja Neprasova - Abenteuer Los Angeles - VOX.de
18. Der Hundeprofi unterwegs: Martin Rütter übernachtet unter einer Brücke (VOX am 24.03.2014, 21.15 Uhr)
Der Hundeprofi begleitet einen Obdachlosen
Hundeprofi Martin Rütter begleitet in der VOX-Doku "Der Hundeprofi unterwegs" einen Tag und eine Nacht lang den obdachlosen Manfred und dessen Hund "Witzig".
Es geht zu Manfreds Schlafplatz in der Tunnelröhre unter einer Kölner Brücke. Martin Rütter richtet sich an dem für ihn komplett neuen Ort ein, und er staunt nicht schlecht: Manfred hat das Futter für seinen Hund in einem Aktenkoffer versteckt! "Damit keine Mäuse und keine Ratten drankommen" erklärt Manfred. Für "Witzig" kommt jetzt das Schönste vorm Einschlafen: Futter.
Die beiden Männer haben sich nun auf ihren zehn Quadratmetern Tunnelröhre eingerichtet. Martin Rütter fühlt sich nicht wirklich wohl. "So richtig optimistisch bin ich nicht, dass ich hier schlafen kann!"
Mehr über Der Hundeprofi unterwegs: Martin Rütter übernachtet unter einer Brücke - VOX.de bei www.vox.de
19. Der Hundeprofi unterwegs: Die Tierärztin der Straßenkids (VOX am 03.12.2014, 15.58 Uhr)
Der Hundeprofi beim Projekt "Hundedoc"
Die Praxis von Tierärztin Jeanette Klemmt ist ein umgebauter Rettungswagen, mit dem sie die sozialen Brennpunkte Berlins anfährt. Wenn "HundeDoc"-Sprechstunde ist, behandelt Jeanette unentgeltlich die Vierbeiner der Straßenkids. Hundeprofi Martin Rütter besucht die mobile Tierärztin und ihre Patienten.

Quelle: VOX
Seit vierzehn Jahren ist der blauweiße Rettungswagen auf den Straßen Berlins unterwegs. "HundeDoc" ist das Herzensprojekt von Jeanette. Ihre Patienten sind die Tiere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die überwiegend auf der Straße leben. Martin Rütter steigt in die rollende Praxis, um Jeanette bei einem ihrer Einsätze zu begleiten. Es geht in einen Kontaktladen für Straßenkinder in Berlin-Mitte. Hier kümmert sich die Tierärztin an diesem Tag um die kranken Tiere sowie deren Herrchen und Frauchen.
Lies mehr über Die Tierärztin der Straßenkids - VOX.de bei www.vox.de
20. Dr. House, Staffel 8, Folge 10: AUSREISSER (RTL am 11.09.2012, 20.15 Uhr)
Eine junge obdachlose Patientin benötigt die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten für ihre Behandlung. Sie beichtet, dass sie von zu Hause weggerannt ist, nachdem sie versucht hatte, ihre Mutter, eine Drogensüchtige auf Entzug, zu pflegen.